Stark für Toleranz

Träger:  Protestantische Kirchengemeinde Herschweiler-Pettersheim

Ziele:
Toleranz üben kann, wer in seiner Persönlichkeit gefestigt ist und einen eigenen Standpunkt gefunden hat.  In der Projektreihe "Stark für Toleranz" soll unter den Jugendlichen (Zielgruppe bis 27 Jahre) beides gefördert werden: Erziehung zur Toleranz und Förderung der eigenen Persönlichkeit.

Handlungskonzept:
Die Projektreihe "Stark für Toleranz" soll vier Veranstaltungen für Teenager umfassen: Drei Jugendgottesdienste und ein Konzert mit Workshop. Die einzelnen Veranstaltungen sollen von Jugendlichen unter Anleitung vorbereitet und durchgeführt werden. Dazu gibt es ein Planungstreffen für die Projektreihe als ganze und für jede einzelne Veranstaltung je zwei Planungstreffen und je ein Feedback- und Auswertungstreffen.

Die geplanten Veranstaltungen der Projektreihe "Stark für Toleranz" sind:

20. März: Auftaktveranstaltung (18 bis 20.30 Uhr): Anders  sein - ein Beatbox -Abend mit Workshop mit Saman Dawood -  ein Deutscher mit Behinderung und Eltern iranischer Abstammung  erzählt, wie er sein "Anders sein" als Jugendlicher erfahren, erlebt und in mit Hilfe seiner Musik verarbeitet hat. In dem Workshop sollen die Jugendlichen ihr eigenes Verhalten gegenüber Menschen mit Migrationshintergrund reflektieren.

5. Mai: YouGo "Wie du mir ..." (19 bis 21.30 Uhr) Jugendgottesdienst mit anschließender Gesprächsrunde zum Thema Umgang mit erfahrener Gewalt und Unrecht (Referent: Thorsten Holler)

7. September YouGo "Da schau her" (19 bis 21.30 Uhr) Jugendgottesdienst mit anschließender Gesprächsrunde zum Thema "Das eigene Potential ausschöpfen" (Referent: Michael Bayer)

9. November YouGo "eleven/nine" (19 bis 21.30 Uhr) Jugendgottesdienst mit anschließender Gesprächsrunde zum Thema Reichspogromnacht (Referent: Michael Landoll)

Hauptzielgruppe:  Jugendliche in strukturschwachen Regionen

Laufzeit: 1.2.13 – 31.12.13

Jugendgottesdienst Herschweiler-Pettersheim, 04.05.13

Herschweiler-Pettersheim. Nicht nur die Wahl des Veranstaltungsortes, der Jugendraum im Evangelischen Gemeindehaus, auch Vorbereitung, Termin und Ablauf des Jugendgottesdienstes „YouGo“ am unterscheiden sich von dem, was der geübte Kirchengänger für gewöhnlich von einem Gottesdienst erwarten dürfte. Große Scheinwerfer an beiden Seiten tauchen den Raum in buntes Flackerlicht, auf dem Boden liegen Sitzkissen und Teppiche. An der vorderen Wand steht ein Schlagzeug und davor der Rest einer klassischen Rockbandbesetzung: Gitarre, Bass und Mikrofon.

„Das elektrische Schlagzeug konnten wir dank der Förderung durch das Bundesprogramm „TOLERANZ FÖRDERN – KOMPETENZ STÄRKEN“ anschaffen,“ erklärt Thorsten Holler, Gemeinde- und Jugendreferent der Kirchengemeinde stolz. Auch wenn der Jugendgottesdienst schon seit 10 Jahren regelmäßig stattfindet, habe die Förderung eine enorme, qualitative Steigerung gebracht.

Das bestätigt auch Lisa Arnold, die seit fünf Jahren zum harten Kern der jugendlichen Organisatoren gehört und gleichzeitig die Sängerin der YouGo-Band ist. „Unsere Anfänge waren primitiv gesteht sie schmunzelnd und fügt hinzu, dass diese Zeiten inzwischen vorbei seien. Ein Beamer projiziert die Liedtexte zum Mitsingen per Beamer an die Wand und im geschützten Dunkel des hinteren Raumes steht ein kleines Mischpult, das für den richtigen Sound sorgt.

„Die Musik ist das Herzstück unseres Jugendgottesdienstes,“ schwärmt Lisa und fügt hinzu, dass sie das nicht nur sagen, weil sie die Sängerin sei. Punkt 19 Uhr geht es los und die ersten Tönen christlicher Rockmusik erfüllen den Raum. Wie auf Kommando stehen die etwa 30 Besucher auf und lauschen aufmerksam der Musik, die von Jesus, Gott und dem Leben mit dem Glauben erzählt. Einige wiegen sich im Takt der Musik, andere singen mit.

Das Konzept des Jugendgottesdienstes, berichtet Pfarrer Thomas Drumm, sei von Jugendlichen für Jugendliche gemacht und das Ergebnis langer Arbeit. Sechs Wochen brauche es, um den Jugendgottesdienst, der jedes Mal unter einem anderen Motto stehe, zu planen und vorzubereiten. „Das einleitende Theaterstück muss geschrieben werden. Die Band muss Lieder suchen und proben, die Einladung muss gemacht und verteilt werden“ erklärt Drumm weiter. Motto des heutigen Jugendgottesdienstes ist „Wie Du mir, so ich Dir“.

„Wir wollen den Jugendlichen vermitteln, dass Gott und Jesus ihnen beistehen und in allen Lebenslagen für sie da sind,“ erklärt Thorsten Holler. Er übernimmt an diesem Abend die Predigt und macht das biblische Motto greifbar und aktuell. „Mobbing auf Facebook, Hänseln in der Schule, viele Jugendliche kennen das und wissen vielleicht nicht, wie sie damit umgehen sollen,“ erläutert Holler. Es gehe für ihn ganz klar um vergeben, sich selbst und den anderen.

Die christliche Botschaft ist stark präsent. Und auch wenn nur etwa dreißig Besucher, wohl aufgrund des guten Wetters gekommen sind, wie Lisa Arnold vermutet, sind sie und ihre Bandkollegen zufrieden. Jetzt noch schnell die Verstärker ausschalten und den Rechner runterfahren und dann rüber ins Bistro, wo es nach jedem YouGo Kräuterbaguette und Getränke bei einem guten Gespräch für alle gibt. Der nächste Jugendgottesdienst in Herschweiler-Pettersheim findet am 7. September statt.