SoKo7-Durch mehr Toleranz zu gelebter Integration

Träger:  Förderverein Realschule Plus Lauterecken-Wolfstein e.V.

Ziele:

  • Förderung toleranten Verhaltens im Klassengefüge bzw. schulischem Umfeld
  • Verringerung von Mobbingtendenzen
  • Erweiterung der Frustrationsgrenze
  • Erkennen der eigenen Befindlichkeit in Konflikten, Wahrnehmung eigener Täter – Opfer - Dispositionen (Empathiefähigkeit stärken)
  • Erkennen der eigenen persönlichen Möglichkeiten, sich selbst und Andersartigkeit zu  akzeptieren
  • Erkennen der eigenen Stärken und Schwächen
  • Stärkung des pro-sozialen Verhaltens
  • Aufbau von Teamspirit

Handlungskonzept:
Training sozialer Kompetenzen (Grundlage: Konfrontative Pädagogik) im Klassengefüge (7. Klasse), Elterninformation, enge Zusammenarbeit mit den betreffenden Lehrkräften; Opfer stärken und Täter sensibilisieren;

  • Einsatz erlebnispädagogischer Elemente
  • Körperbetonte sportliche Spiele
  • Partnerinterviews, Konfrontationsübungen
  • Übungen gegen Anmache und Mobbing
  • Gruppengespräche, Rollenspiele 
  • Mediationstechniken und Deeskalationsstrategien
  • Traum- und Phantasiereisen, Entspannungsübungen
  • Warming-Up
  • Motivationstechniken
  • Vertrauensübungen
  • Kultivierung von Reflexions- und Feedbackmethoden
  • Kooperations- und Interaktionsübungen
  • Nachhaltige Verbesserung des Klassenklimas;

4 Tage mit je 5 Stunden (organisiert und geplant für drei 7te Klassen;

Vorausgehende Koordinationsgespräche, individuelle Bedürfnis- und Bedarfsklärung, anschließendes Auswertungsgespräch mit den Lehrkräften; Information der Eltern und Planung eines Elternabends;

Beauftragte Trainer sind zertifizierte Antigewalt- und Deeskalationstrainer, Mediatoren.

Hauptzielgruppe: Jugendliche in Strukturschwachen Regionen Alter 13-18 Jahre

Laufzeit: 1.1.12 – 31.12.12

SOKO7-Durch mehr Toleranz zu gelebter Integration , 2. Tag 14.06.13

Wolfstein. Mobbing und Gewalt haben Konjunktur an deutschen Schulen. Laut einer aktuellen Schülerbefragung der Leuphana Universität Lüneburg sind ein drittel aller Schüler in den letzten drei Monaten mindestens einmal „fertig gemacht oder schikaniert“ worden. Diesem Trend möchte das Projekt „SoKo7-Durch mehr Toleranz zu gelebter Integration“ des Fördervereins Realschule Plus Lauterecken-Wolfstein e.V. entgegenwirken.

An vier Schultagen durchlaufen die Schüler anstatt des klassischen Unterrichts ein fünf stündiges Training für Sozialkompetenz. „Wir konfrontieren die Schüler mit ihren Stärken und Schwächen, üben Teamgeist und wollen die Klasse als ganzes zu mehr Zusammenhalt bringen“, erklärt Thorsten Ellmer die Ziele. Der Diplom-Pädagoge des Familienforums Neunkirchen ist ausgebildeter Anti-Gewalt Trainer und begleitet das Projekt gemeinsam mit einem Mitarbeiter der Firma Cool Control aus Köln.

Das Projekt findet für ausgewählte Klassen der siebten Jahrgangsstufe statt und wird über den Landkreis Kusel vom Bundesprogramm „TOLERANZ FÖRDERN – KOMPETENZ STÄRKEN“ gefördert. Herzstücke des Trainings sind eine Reihe von Vertrauens- und Konfrontationsübungen aus der konfrontativen Pädagogik, die alle nach einem ähnlichen Muster ablaufen. Erst ein lockerndes Warm-Up, dann die eigentliche Übung, eingebunden in eine Fantasiegeschichte, und hinterher viel Reflektieren und Reden über den Erfolg oder Misserfolg der gestellten Aufgabe.

Beim zweiten Tag des Trainings am vergangenen Donnerstag in Wolfstein, waren die 23 Schüler der 8c mit ihrem Schiff gestrandet und sollten sich innerhalb von sieben Minuten auf eine Sandbank retten. Die Schwierigkeit: sie dürfen nur auf eine begrenzte Zahl von Wrackteilen treten. Jedes der hell-grünen Schaumstoffteile, auf dem kein Schülerbein steht, wird von den Trainern sofort weggenommen und die Abstände bis zur sicheren Sandbank vergrößern sich.

Die erste Runde ist chaotisch. „Na los, da hinten. Nein, nicht so. Bei der Lena ist ein Teil frei. Achtung, der Thorsten hat es gleich“, ruft die 13jährige Michelle Schnitzer aus Jettenbach. Sie ist voll dabei und möchte es unbedingt schaffen. „Persönlicher Ehrgeiz, ist bei solchen Teamaufgaben leider nicht der Schlüssel zum Erfolg“, sagt Thorsten Ellmer bei der anschließenden Auswertung und blickt in die frustrierten Gesichter der Schüler. Auch wenn sich jeder noch so sehr angestrengt hat, am Ende hatte es nicht gereicht.

Es folgt eine lange Pause, in der sich die Schüler beraten. „Wir müssen stärker auf unsere Hintermänner achten“, schlägt Tanja Reichel aus Langweiler vor. Ellmer nickt zustimmend. „Und wir müssen ruhiger werden“, ergänzt Michelle Schnitzer. Und tatsächlich, bei der zweiten Runde läuft es besser. Dem „Jeder-macht-für-sich“ ist ein harmonisches Miteinander gewichen. Kein Wrackteil geht verloren und alle schaffen es innerhalb der vorgegebenen Zeit auf die Sandbank.

Jubel und Stolz sind groß und auch die Klassenlehrerin Daniela Fuhrmann freut sich. Sie begleitet die Gruppe bei allen Terminen und findet es spannend, ihre Schüler fern des Unterrichts mal ganz anders erleben können. „Ich erfahren viel Neues über meine Schüler und denke, dass wir uns alle besser kennen lernen“, resümiert sie.

Und auch wenn die Klasse an sich keine Problemklasse sei, das Training stärke das Klassengefüge und lege damit einen Grundstein für vielleicht noch kommende Schwierigkeiten oder Probleme, ergänzt Ellmer. Und auch die Studie der Lüneburger Universität bestätigt, dass in Klassen und an Schulen mit gutem Klima und Miteinander, Mobbing und Gewalt schlechtere Chancen haben.