Mikroprojekte bis 400 Euro

Laufzeit: 1.2.13 – 31.12.13

Träger: Protestantische Kirchengemeinde Herschweiler-Pettersheim

Ziele und Inhalte:

Es werden Seminare, Infoveranstaltungen, Gedenkstättenarbeit, Diskussionsrunden und weitere Demokratieverständnis fördernde Veranstaltungen mit Schwerpunkt Südkreis veranstaltet.

Ziel ist es hier kleine zum Teil nur ehrenamtlich geführte Träger mit in die Arbeit einzubinden.  Hier sind insbesonder eintägige Veranstaltungen, Fahrt zur Gedenkstätte Hinzert, Gesprächsrunde mit Jugendlichen und Politik, Infos zu rechten Symbolen und zu rechter Musik,  im Förderfokus. Wir möchten mit einem vereinfachten Antragsverfahren niedrigschwellige arbeiten. So sollen kleine, vielfältige Aktionen und Projekte unterstützt werden.

Handlungskonzept:
Die Veranstaltungen werden sowohl von hauptamtlichen MitarbeiterInnen wie von ehrenamtlichen MitarbeiterInnen begleitet. Es findet eine öffentliche Ausschreibung über alle E-mail-Verteiler, Internet, örtliche Presse und persönliche Ansprache statt.

Kleine Träger werden motiviert, sich an der Arbeit im Sinne TOLERANZ FÖRDERN-KOMPETENZ STÄRKEN mit eigenen Maßnahmen zu beteiligen.

Von daher wird die Kirchengemeinde, neben eigenen Aktionen, die Mittel auch an andere kleine Träger zur Durchführung von sinnvollen Konzepten weitergeben. Es erfolgt eine Information der Träger und der Öffentlichkeitsarbeit. Bei der antragsstellung werden die Träger durch die externe Koordinierungsstelle unterstützt. Bis Jahresende sollen so ca. 10 Tagesveranstaltungen und Projekte zu den Themen Rechtsextremismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit stattfinden.

50. Männer-Dämmer-Schoppen, 20.09.13

Langenbach. Der Saal ist gut gefüllt. 70 Männer sind zum 50. Männer-Dämmer-Schoppen in das Dorfgemeinschaftshaus in Langenbach gekommen. Bei Bretzeln, Bier, Wein oder auch Wasser soll über das Thema Integration gesprochen, diskutiert und nachgedacht werden. Referent des Abends ist der Wormser Carlo Riva: 1956 in den italienischen Dolomiten geboren und 1964 mit seinen Eltern nach Deutschland gekommen.

Er ist ein Musterbeispiel für gelungene Integration. Die schwierige Kindheit als Migrantenkind überwindet er. Über den Umweg eines in Deutschland bekannten Biker-Clubs, bei dem er bis zum Präsidenten aufsteigt, findet er schließlich zu Gott. Heute ist er Mitglied im Wormser Stadtrat und engagiert sich seit 2002 im Beirat für Migration und Integration.

Auf die Frage, wie Integration gelingen kann, zögert er kurz und antwortet dann eindringlich. „Je mehr Brücken wir Menschen zueinander bauen, desto besser verstehen sich Einheimische und Migranten und desto besser gelingt Integration.“ Das Thema liegt ihm spürbar am Herzen.

Auf die Einwände, die von Seiten des Publikums kommen, dass es doch auch viele Migranten gäbe, die sich nicht integrieren wollten, mahnt er zur Differenzierung. „Sie dürfen nicht verallgemeinern. Schauen Sie genau hin, was die Menschen sind und was sie wollen.“ Natürlich, so räumt er ein, gäbe es eine große Anzahl weniger Integrationswillige. Die seien dann aber nicht automatisch Extremisten.

Das Thema ist am richtigen Platz, denn gewisse Vorbehalte sind im Publikum spürbar. Nach dem Einführungsreferat von Carlo Riva, in dem er empirische und theoretische Hintergründe zu Integration und Migration in und aus Deutschland gibt, geht es an die Tische zur Diskussion. Hier wird schnell klar: viele haben in irgendeiner Form eine Migrationsgeschichte und Integration bezieht nicht nur auf Menschen, die aus dem Ausland kommen. Auch wer innerhalb Deutschlands, zum Beispiel von Hessen in die Westpfalz, umsiedelt, muss lernen, sich zu integrieren.

Ein russisch stämmiger Mann berichtet von seinen Erfahrungen: “Du muss aktiv sein und etwas tun. In Vereine gehen und Kontakte knüpfen, sonst wird das nichts.“ Er empfand den Anfang in Deutschland sehr schwer und das, obwohl sich sein Eltern und Großeltern stets als Deutsche fühlten und er mit der deutschen Sprache und der deutschen Kultur aufgewachsen ist. Sein Tipp zum Ende der Diskussion: „Stellt Euch immer vor, wie es Euch in einem anderen Land ergehen würde.“

Auch Carlo Riva empfiehlt den Perspektivwechsel und ist sich sicher, dass Integration gut gelingen kann, wenn beide Seiten wohlgesonnen und willig sind.

Nach fast drei Stunden, geht ein interessanter und auch geselliger Abend zu Ende. Musikalisch begleitet wurde der 50. Männer-Dämmer-Schoppen von dem Klezmer-Trio Duveizi, alle aus dem Kreis Kusel stammend. Leonhard Müller von der Kirchengemeinde Herschweiler-Pettersheim übernahm die Moderation und verknüpfte gekonnt das Thema des Abends mit den Hintergründen der Klezmer-Musik.