Bericht zum Projekt

Projekttag Toleranz an der Realschule Plus Wolfstein Wolfstein. 120 Schüler von 14 bis 16 Jahren nahmen am vergangenen Freitag an dem Projekttag Toleranz teil. Und das, obwohl ursprünglich nur eine Theateraufführung und ein Theaterworkshop geplant waren. "Die Schule hat sich weitere Themen überlegt und den Vormittag um sieben inhaltliche Workshops erweitert", berichtet Annette Junkes, Jugendpflegerin aus Lauterecken und Mitglied der Initiative Tol(l)eranz find´ich gut.

Gemeinsam mit dem Jugendbüro Wolfstein, dem Synagogenverein Odenbach, dem Jugendreferat des Kirchenkreises Obere Nahe, dem Kreisjugendring Kusel, dem Jugendtreff Lauterecken, der Protestantischen Kirchengemeinde Lauterecken und der Kreisverwaltung Kusel, engagiert sie sich seit über 17 Jahren gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit. Für diesen Morgen hatte die Initiative die Gruppe "Theaterspiel Witten" mit dem Stück "Über da Leben oder meine Geburtstage mit dem Führer" in die Schule geholt.

Das Stück erzählt auf Grundlage von Zeitzeugenberichten vom Unrechtssystem des NS-Staates, vom Jugendwiderstand und dem Wunsch zu "Latschen" statt zu Marschieren. "Die Schauspieler waren so überzeugend und authentisch. Das ging mir richtig unter die Haut", berichtet der 14jährige David aus Hirschhorn. Er kennt einige in seinem Umfeld, die rechte Sprüche machen und es auch ernst damit meinen.

Chantal aus Lauterecken kennt das ebenfalls. "Viele machen sich über Geflüchtete lustig und reden doof", ergänzt sie. Beide hoffen, dass die Aufführung und der Projekttag manche zum Nach- und Umdenken anregt. Das hofft auch Direktorin Katja Zielinski. Sie erläutert, dass der Projekttag nur eine von vielen Aktivitäten sei, die Schule und der Förderverein in diesem Bereich anstoßen und durchführen. "Wir greifen die Themen Toleranz und Demokratie in fast allen Bereichen unseres schulischen Lebens auf", erklärt sie.

Neben Projekttagen, Workshops oder besonderen Projekten, finden immer wieder Seminarfahrten nach Verdun oder in das ehemalige Konzentrationslager Natzweiler-Struthof im Elsass statt. Die Schule habe die Wichtigkeit der Demokratieerziehung erkannt und nehme ihre Verantwortung jetzt und in Zukunft wahr.

(Texte und Bilder: Simone Schnipp)