Spurensuche Demokratie – in der Zeit des Nationalsozialismus, der DDR und der Demokratie von heute, Jugendreferat des Kirchenkreis Obere Nahe

Projektträger:  Jugendreferat Kirchenkreis Obere Nahe

Kurzbeschreibung:
Wir gehen ganz bewusst nach Berlin. Dauern wird die Maßnahme 5 Tage, vom 11.-15.9.2017. Es werden 13 junge Menschen mit Behinderung im Alter von 14 – 21 Jahren und 5 Teamer an der Fahrt teilnehmen. Sie werden verschiedene authentische Orte des Nationalsozialismus, der Zeit der DDR, und der Demokratie heute in Berlin aufsuchen.

Die Jugendlichen setzen sich mit den Phänomenen Rassismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit auseinandergesetzt. Uns ist wichtig, dass die Jugendlichen mehr Informationen und Hintergründe über den Widerstand des Nationalsozialismus, das Leben in der DDR und über unsere heutige Demokratie erhalten. Die jungen Menschen setzen sich dabei bewusst mit ihrem eigenen Demokratieverständnis auseinandersetzen und lernen dass man mit aktiver Teilnahme an der Demokratie Veränderungen ermöglichen kann.

Jugendliche mit einer geistigen Behinderung  sollen sich, ihren Möglichkeiten entsprechend,  kritisch mit der Zeit des Nationalsozialismus, der DDR Herrschaft und der Demokratie heute beschäftigen.  So soll Demokratie verstanden werden und was es heißt in einer Diktatur zu leben.

Die Eindrücke und Rückmeldungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfolgen in Gesprächsrunden mit einfacher Sprache. Emotionale Befindlichkeiten der Jugendlichen sollen in selbstgestalteten Bildern anschaulich zum Ausdruck gebracht werden. Die Gesamtauswertung wird sowohl verschriftlicht als auch verbal durchgeführt.

Bericht zur Fahrt

Berlin. Fünf Tage waren zehn Schüler der Paul-Moor-Förderschule Kusel für ganzheitliche Entwicklung auf den Spuren der deutschen Geschichte in Berlin unterwegs. Ein Projekt, gefördert vom Bundesprogramm „Demokratie leben!“, bei dem sich die 17 bis 20jährigen kritisch mit der Zeit des Nationalsozialismus, der DDR Herrschaft und der heutigen Demokratie beschäftigen sollen.

„Es ist ein unvergessliches Erlebnis für unsere Schüler“, weiß Christine Walter, pädagogische Fachkraft und Klassenleiterin und meint damit nicht nur die Beschäftigung mit den Themen. Berlin mit seinen vielfältigen Möglichkeiten und seinem großstädtischen Flair mache mächtig Eindruck.

„Die Fahrt bringt unsere Jugendlichen weiter, in ihrer persönlichen Entwicklung und auch in ihrem Wissen um die deutsche Geschichte“, weiß Matthias Lofi, Erzieher und pädagogische Fachkraft an der Schule. Das Programm der fünf Tage ist dicht: Stadtführung, Anne Frank Museum, Besuch des Bundestages, Besichtigung der Reichstag Kuppel, Museum Checkpoint Charly, Topografie des Terrors und jeden Abend Auswertung, Reflexion und Vorbereitung des nächsten Tages.

Viele Jugendliche hören zum ersten Mal von Adolf Hitler, von Konzentrationslagern oder von der Berliner Mauer. Themen wie diese kommen in den Richtlinien für die rheinland-pfälzischen Förderschulen nicht vor. Diese Themen zu bearbeiten passiert an der Paul-Moor-Schule auf Eigeninitiative der Lehrkräfte.

Unterstützt werden sie dabei vom Jugendreferat des Kirchenkreises Obere Nahe, das seit vielen Jahren Fahrten und Projekte zur historischen Bildung veranstaltet. Christine Walter und Matthias Lofi hoffen abschließend, dass ihre Fahrt Vorbild für andere Förderschulen sein kann. Denn, so sind sich beide einig, die Prävention gegen rechtes Gedankengut durch die Beschäftigung mit der Geschichte, ist notwendiger denn je.

(Text: Simone Schnipp)