Sicherheits- und Selbstbehauptungstraining, Grundschule Altenkirchen, Förderverein der Gundschule Altenkirchen

Projektträger: Evangelische Kirchengemeinde Offenbach

Kurzbeschreibung: Seit zwei Jahrzehnten finden auf dem Gebiet der Kirchengemeinden Offenbach und Grumbach-Herren-Sulzbach Kinderbibelcamps mit großem Erfolg statt (2016 mehr als 100 Anmeldungen).

Ziel ist es, an Modellen zu lernen, wie sich Humanität in unserer Zeit verwirklichen lässt. Zielgruppen sind sowohl die eingeladenen Kinder selbst als auch die Helfergruppe. Wesentlichen Anteil an dem Erreichen der Ziele haben auch die Eltern. Deshalb werden Sie in der Abschlussveranstaltung mit eingebunden.

Am Beispiel des Jungend Davids, der später zum König aufsteigt, wird gezeigt, wie Kleinere und Kleines zu ihrem Recht kommen. Die ethischen Grenzen von Macht und Machtausu?bung, die sowohl Saul als auch David als Könige erfahren, sollen verständlich aufgezeigt werden. Wie Freundschaft helfen kann, die Ziele von Kleinen und Schwächeren zu erreichen, wird am Beispiel der Freunde David und Jonathan dargestellt.

An zwei Tagen (Freitag, der 25. und Samstag, der 26. August) treffen sich etwa 70 Kinder samt der Helfergruppe und führen die Veranstaltung durch. Eine Übernachtung ist im Ev. Gemeindehaus Offenbach ist fest eingeplant.

Bericht zum Projekt

Altenkirchen. Konzentriert sitzen die 17 Schüler der vierten Klasse der Grundschule Altenkirchen im Kreis. Alle Blicke sind auf Sarah Gregorius gerichtet. Ruhig, aber bestimmt, spricht die Deeskalations-Antigewalt-Antiaggressionstrainerin über Vertrauen, schlechte Geheimnisse und das der eigene Körper nur jedem selbst gehört.

Mit ihrer Kollegin Anne Kastel, ist die Mitarbeiterin des Familienzentrums der Lebenshilfe Sankt Wendel eine Woche im August zu Gast an der Schule, um mit allen Klassen ein Sicherheits- und Selbstbehauptungstraining durch zu führen. „Wir haben das Projekt gemeinsam mit dem Förderverein und dem Kollegium initiiert“, erklärt Lehrerin Anja Simon.

Der Förderverein stellte einen Antrag beim Bundesprogramm „Demokratie leben!“, holte die Volksbank Glan-Münchweiler und den Rotary Club Kusel als Sponsoren mit ins Boot und ermöglichte so die Finanzierung. Konkrete Vorfälle mit Gewalt oder Mobbing gäbe es nicht an der Schule. Es gehe vielmehr um Prävention, Vorbeugung und darum, wie sich Kinder bei Streitigkeiten und Konflikten angemessen verhalten können.

Besonders für die vierten Klassen, denen der Wechsel auf die weiterführende Schule bevorstehe, sei die Arbeit an der Sozialkompetenz ein Gewinn. „Die sind dann die Kleinste auf dem Schulhof und müssen sich häufig gegen Größere behaupten“, weiß Anja Simon. Neben praktischen Übungen und Rollenspiele, besteht das Training auch aus Reflexion und über die eigenen Gefühle und Erfahrungen sprechen.

„Was ist, wenn Euch jemand etwas anvertraut, was euch belastet und mit dem es euch nicht gut geht“, fragt Sarah Gregorius in die Runde. Die Hände der Kinder gehen hoch und alle sind sich einig, dass in einem solchen Falle, das versprochene Schweigen gebrochen werden darf. „Holt euch Hilfe, sprecht eure Eltern oder Lehrer“, rät Sarah Gregorius, “denn schlechte Geheimnisse, die müsst und dürft ihr euch von der Seele reden.“

 (Text und Bilder: Simone Schnipp)