NS-Psychiatrie in der Pfalz, Heimat- und Kulturverein Ostertal e.V. (in Zusammenarbeit mit dem Historischen Verein der Pfalz, Kreisgruppe Kusel)

Projektträger: Heimat- und Kulturverein Ostertal e.V. (in Zusammenarbeit mit dem Historischen Verein der Pfalz, Kreisgruppe Kusel)

Kurzbeschreibung: Die Wanderausstellung „NS-Psychiatrie in der Pfalz“ des Pfalzklinikum Klingenmünster wird im Haus Gerlach in Konken von 26.05. bis 02.06.17 zu sehen sein. Weiterhin wird es zwei Vorträge zum Thema sowie  Schulbesuche am Vormittag geben.

Psychiatrie in der Pfalz, das bedeutet: Zwangssterilisationen von Patientinnen und Patienten psychiatrischer Kliniken und von Bewohnerinnen und Bewohnern pfälzischer Dörfer und Städte ab 1934; staatlich organisierter, heimlich durchgeführter Krankenmord von 1940 bis 1941; Deportation und Ermordung von »unerwünschten« Patientengruppen; Sterben in der Anstalt Klingenmünster aufgrund von bewusster Mangelversorgung in den letzten Jahren des Zweiten Weltkrieges. Sechzehn Ausstellungstafeln beleuchten diese Vorgänge, am Beispiel der pfälzischen Psychiatrie mit dem Schwerpunkt auf der damaligen »Heil- und Pflegeanstalt« Klingenmünster. Texte, historische Dokumente und Bilder erläutern und veranschaulichen die menschenverachtenden Konsequenzen, die die Unterscheidung zwischen vermeintlich »wertvollen« und »minderwertigen« Menschen in der NS-Psychiatrie hatte. Auch der Umgang mit der Vergangenheit nach 1945 ist Thema der Ausstellung.

Das Projekt mit Ausstellung und Vorträgen soll die Gräueltaten während der NS-Zeit beleuchten und bei den Besuchern einen Erkenntnisgewinn bewirken. Es soll eine Auseinandersetzung mit dem traurigsten Kapitel der pfälzischen Psychiatriegeschichte ermöglicht werden. Besonders die jugendlichen Besucher sollen sich dabei kritisch mit der Zeit des Nationalsozialismus auseinandersetzen, und so eine Stärkung des Demokratieverständnisses erfolgen.

Bericht zur Ausstellung

NS-Psychiatrie – das bedeutete Zwangssterilisationen von Klinikpatienten sowie von Bewohnerinnen und Bewohnern von Städten und Dörfern ab 1934, das bedeutete staatlich organisierter  und heimlich durchgeführter Krankenmord von 1940 bis 1941, Deportation und Ermordung unerwünschter Patientengruppen in Tötungsanstalten, Sterben in „Heil- und Pflegeanstalten“  wie z.B. Klingenmünster aufgrund bewusster Mangelernährung in den letzten Jahren des Zweiten Weltkrieges.

Nach dem Krieg wurde lange behauptet, die Klinik Klingenmünster sei von „Euthanasie“ nicht betroffen gewesen. Erst ab 1989 wurden wissenschaftliche Forschungen durchgeführt, 2009 lag schließlich eine umfassende Darstellung vor. Dabei entstand auch die Ausstellung „NS-Psychiatrie in der Pfalz“, die der Heimat- und Kulturverein Ostertal in Zusammenarbeit mit dem Historischen Verein der Pfalz, Kreisgruppe Kusel, jetzt in Konken zeigt. 16 Tafeln mit Texten, historischen Dokumenten und Bildern beleuchten die Vorgänge am Beispiel der damaligen „Heil- und Pflegeanstalt“ Klingenmünster und verdeutlichen die menschenverachtenden Konsequenzen, die die Unterscheidung zwischen vermeintlich „wertvollen“ und „minderwertigen“ Menschen in der NS-Psychiatrie hatte

Am Freitag, dem 26. Mai 2017, 18.30 Uhr,
wurde die Ausstellung eröffnet mit einem Vortrag von Julitta Hinz und Herr von Blohn, die Mitglied des Ausschusses für Gedenkarbeit am heutigen Pfalzklinikum Klingenmünster ist.

Am Freitag, dem 2. Juni 2017, 18.30 Uhr,
sprach an gleicher Stelle Hans Kirsch aus Selchenbach über „Zwangssterilisation und Euthanasie im Kreis Kusel“. Kirsch hat das Thema u.a. anhand von Akten des Gesundheitsamtes Kusel für die „Chronik des mittleren Ostertals“, Band 4, erforscht.