fremdes kennenlernen - Bildungsfahrt mit KonfirmandInnen zu Moschee und Synagoge in Mannheim, Protestantische Kirchengemeinde Lauterecken

Projektträger: Protestantische Kirchengemeinde Lauterecken, Initiative „Tol(l)eranz – find‘ ich gut!“

Kurzbeschreibung: Im Rahmen unserer Jugendarbeit ist uns aufgefallen, dass viele junge Menschen die Begriffe „Islam“ und „Judentum“ verwenden ohne genau zu wissen, was es eigentlich bedeutet bzw. was dahinter steckt.  Sogen. „Stammtischparolen“ (z.B. Islam = IS) werden dann einfach aufgegriffen und unreflektiert weitergegeben. Der Initiative „Tol(l)eranz – find ich gut“ ist es daher ein Anliegen, dass Jugendliche mehr Informationen und Hintergründe über diese „Begrifflichkeiten“ erhalten um sie für diese Thematik zu sensibilisieren.

Die Bildungsfahrt findet am 07.November 2017 in der Zeit von 8.00 – 18.00 Uhr in der Moschee und der Synagoge mit Besichtigung und Gesprächen in Mannheim statt. Es werden ca. 40 KonfirmandInnen aus den Kirchengemeinden Lauterecken, Odenbach, Offenbach und Grumbach teilnehmen.

In Vorbereitungsstunden wird auf den Besuch hingearbeitet. Der Islam und das Judentum werden näher betrachtet und ausführlich bearbeitet. Für die Bildungsfahrt selbst gibt es Führungen mit inhaltlichen Gesprächen sowohl in der Moschee als auch in der Synagoge. Hier  werden sich die Teilnehmenden  rege einbringen und das Gespräch mit den Referenten suchen. Die Moschee wird am Vormittag und die Synagoge am frühen Nachmittag besucht. Dazwischen wird eine Auswertung des Moscheebesuches stattfinden.

Die Gesamtauswertung und Nachbesprechung der Bildungsfahrt wird in den folgenden Gruppenstunden durchgeführt und evaluiert.

Mannheim. Der große, blaue Reisebus ist voll besetzt. Auf den 60 Plätzen, Präparanden und Konfirmanden der Kirchengemeinden Lauterecken, Grumbach/Herren-Sulzbach und Offenbach auf dem Weg nach Mannheim. Auf dem Programm stehen der Besuch der Yavuz Sultan Selim Moschee und der Jüdischen Synagoge.

Im Rahmen unserer Jugendarbeit fällt auf, dass viele junge Menschen die laBegriffe „Islam“ und „Judentum“ verwenden, ohne genau zu wissen, was sie bedeuten und was dahinter steckt,“ erklärt Gemeindediakonin Annette Junkes aus Lauterecken. Mit dieser Unwissenheit solle die Fahrt Schluss machen und die Jugendlichen darüberhinaus für religiöse Vielfalt und Toleranz sensibilisieren.

Emely Wißmann aus Glanbrücken und Lia Leonhardt aus Lauterecken finde das gut und wie sie betonen nicht nur, weil sie für die eintägige Bildungsfahrt vom Schulunterricht befreit sind. „Es ist doch wichtig zu wissen, welche Religionen es noch gibt und was die so denken,“ meint Lia. Emely nickt zustimmend und bemängelt, dass der Religionsunterricht da nicht soviel mache.

„Wir alle bereiten die Fahrt im Konfirmandenunterricht vor und arbeiten entsprechend nach,“ erläutert Diakon Gerold Lofi von der Kirchengemeinde Herren-Sulzbach. Das sei besonders wichtig, damit sich Wissen vertiefe und keine Fragen offen blieben. Die beiden Referenten, sowohl der muslimischen und als auch der jüdischen Gemeinde, zeigten sich froh und dankbar für solche Projekte.

Sie kämpften viel mit Vorurteilen und würde immer wieder mit falschen Vorstellungen über ihre Religionen konfrontiert. Unnötig, so die Beiden einstimmig: „ Wir glauben doch alle an den gleichen Gott. Wir haben halt unterschiedliche Wege.“ Sie dankten den Jugendlichen vielmals für ihr Interesse und ihr Kommen. Die Fahrt wurde über das Bundesprogramm "Demokratie leben!" gefördert.

(Text und Bilder: Simone Schnipp)