Fake – oder: Es war doch nur Spaß, Diakonisches Werk der evangelischen Kirche der Pfalz – Haus der Diakonie Kusel/Fachdienst Glücksspsielsucht

Projektträger: Diakonisches Werk der evangelischen Kirche der Pfalz – Haus der Diakonie Kusel/Fachdienst Glücksspsielsucht

Kurzbeschreibung:
Kinder und Jugendliche sind heute schon in jungem Alter gut medial vernetzt, wodurch sich Unwahrheiten – oft unwiderruflich - schnell verbreiten. 19 % der Jugendlichen berichten, dass schon Falsches oder Beleidigendes über sie verbreitet worden sei (2013: 12%). Rund ein Achtel der jugendlichen Internetnutzer habe schon unter der Verbreitung von Fotos und Videos mit beleidigendem oder peinlichem Inhalt gelitten.  Dies Zahlen gelten als Indiz für Cybermobbying.

Mit Theateraufführungen und intensiven Diskussionsrunden soll dem Cybermobbying entgegen zu wirken.

Die Aufführungen sollen an vier aufeinander folgenden Tagen im März an vier verschiedenen Schulen im Landkreis Kusel durchgeführt werden.

  • Realschule Lauterecken-Wolfstein
  • Realschule Plus Altenglan
  • IGS Schönenberg-Kübelberg/Waldmohr
  • Realschule Plus Kusel

Pro Schule sollen ein bis zwei Aufführungen mit Diskussion von jeweils ca. 1,5 Stunden durchgeführt werden. 

Bericht zur Aufführung

Vier Tage tourt das Theater Ensemble Radiks aus Berlin durch den Landkreis Kusel und zeigt sein Anti-Mobbing Stück „Fake oder War doch nur Spaß“. Am Dienstag gastierte die Gruppe bei der Realschule Plus Lauterecken/Wolfstein. Rund 100 Schüler und Schülerinnen sahen die Aufführung am Standort Lauterecke

Eine Aktion, die der Fachdienst Glücksspielsucht des Diakonischen Werks der evangelischen Kirche der Pfalz in Kusel ins Leben gerufen hat. „Rund ein Achtel der jugendlichen Internetnutzer habe schon unter der Verbreitung von Fotos und Videos mit beleidigendem oder peinlichem Inhalt gelitten“, weiß Christoph Einig von der Fachstelle für Glücksspielsucht und deutet die Zahlen als Indiz für Cybermobbying. Viele Fachkräfte, Lehrer und Schulsozialarbeiter des Regionalen Arbeitskreis Suchtprävention (RAK berichteten immer wieder, dass Cybermobbying ein Bestandteil des Schulalltags geworden sei, so Einig weiter. ?

Das Ensemble aus Berlin hat darauf reagiert und ein Stück geschrieben, das auf wahren Begebenheiten beruht und dem Cybermobbying entgegen wirken soll. Die siebzehnjährige Lea träumt davon, Sängerin zu werden. Als sie in eine Casting-Agentur aufgenommen wird, weckt das den Neid einiger Mitschülerinnen, Erste Sticheleien und Ausgrenzungen beginnen, und schließlich weiten sich Mobbing-Attacken auch auf Facebook aus. Die Geschichte von Lea endet in der Psychiatrie. ?Das Stück wirkt.

Ohne viel Ausstattung und ohne großen Aufwand transportiert es seine Botschaft, wirkt authentisch und scheint bei den 14 bis 17jährigen Jugendlichen in Lauterecken an zu kommen. Auch Roland Kummetz, Schulsozialarbeiter und Gerhard Zeyen, Lehrer, zeigen sich beeindruckt. „Es wird gut deutlich, wie kleine Unwahrheiten eskalieren und sich zu handfestem Mobbing ausweiten können“, analysiert Zeyen.

Beide Fachkräfte arbeiten seit Jahren zum Thema Mobbing an der Schule. „Mobbing ist ein Schwerpunkt unserer pädagogischen Arbeit in Lauterecken und auch in Wolfstein. Es gibt durchgängig Projekte dazu“, erläutert Kummetz. Nicht, so betont er, weil es an der Schule konkrete Vorfälle gäbe, sondern weil es wichtig sei, den Jugendlichen bezüglich Mobbing und ihres eigenen Verhaltens die Augen zu öffnen.

Das, so legt das rege Nachgespräch von Schülern, Schauspielern und Lehrern nahe, scheint in Lauterecken gelungen zu sein. Das Ensemble gastierte ebenfalls an den Realschulen Plus in Kusel und Altenglan sowie an der IGS in Schönenberg-Kübelberg. Alle Termine wurden vom Bundesprogramm „Demokratie leben!“ unter Trägerschaft der Kreisverwaltung Kusel/Jugendamt gefördert.

(Text und Bilder: Simone Schnipp)