Sicherheits- und Selbstbehauptungstraining, Förderverein Grundschule Kusel

Projektträger: Verein zur Förderung der Grundschule Kusel e.V.

Kurzbeschreibung:
Empathie, Kommunikationsfähigkeit, Toleranz und erfolgreiche Konfliktregelung sind Grundvoraussetzungen für das funktionierende Zusammenleben einer Gemeinschaft. Um den Kindern frühzeitig ein Erlernen bzw. Vertiefen dieser Fähigkeiten zu ermöglichen, soll an der Grundschule Kusel im ersten Halbjahr des Schuljahrs 2016/2017 ein Soziales Kompetenztraining für alle Klassen angeboten werden.

Im Rahmen des Sozialen Kompetenztrainings soll den Kindern durch verschiedene Methoden wie Einzel- und Gruppenübungen sowie kindgerechte Rollenspiele die Möglichkeit eröffnet werden, ihre Stärken kennenzulernen, sie auszubauen oder wiederherzustellen. Die Kinder sollen vor allem in Konfliktsituationen lernen, sich und andere zu schützen bzw. die Situation im Vorfeld schon dahingehend zu beeinflussen, dass es nicht zu Konflikten kommt.

Das Training je Klasse umfasst vier Einheiten (1,5 Stunden), die an vier Terminen durchgeführt werden. Bei einer Anzahl von neun Klassen ergeben sich demnach insgesamt 36 Termine. Die Ziele und Methoden des Trainings werden in einem Elternabend vorgestellt.

Bericht zum Projekt: Fit für den nächsten Schritt

Mit einem lauten „STOP“ machen die 24 Schüler der Grundschule Kusel einen Satz nach vorne und wehren einen imaginären Angreifer mit den Händen ab. Eine von vielen Übungen, die sie im Sicherheits- und Selbstbehauptungstraining
mit Sarah Gregorius und Lisa Bier vom Familienzentrum Kusel?der Lebenshilfe St. Wendel lernen. Drei Monate lang absolvierten alle Klassen die acht Schulstunden Training.

Es geht um Gewaltprävention, um Deeskalation und darum, wie sich Kinder bei Streitigkeiten und Konflikten angemessen verhalten können. „Wir haben das Projekt gemeinsam mit den Eltern und dem Förderverein initiiert“, erklärt Schulleiterin Manuela Klein. Der Förderverein stellte einen Antrag beim Bundesprogramm „Demokratie leben!“ und ermöglichte so die Finanzierung. Konkrete Vorfälle mit Gewalt oder Mobbing gäbe es nicht an der Schule.

Das Projekt solle die Kinder eher vorbereiten und fit machen. Besonders für die vierten Klassen, denen der Wechsel auf die weiterführende Schule bevorstehe, sei die Arbeit an der Sozialkompetenz ein Gewinn. „Die sind dann die Kleinste auf dem Schulhof und müssen sich häufig gegen Größere behaupten“, weiß Manuela Klein. Behaupten, das bedeutet für die Deeskalations-Antigewalt-Antiaggressionstrainerin sprechen. Streiten, so sagt sie, sei natürlich wichtig für die Entwicklung von Kindern, es müsse aber entsprechend geführt werden.

„Wer schlägt, haut und tritt hat verloren, wer Worte findet gewinnt.“ Das sehen die Schüler der vierten Klasse genauso. Sie haben heute ihre letzte Stunde Sicherheits- und Selbstbehauptungstraining und die Inhalte des Trainings sichtlich verinnerlicht. Im nächsten Jahr geht es dann gut gewappnet zu den Großen auf die weiterführenden Schulen.

(Text und Bilder: Simone Schnipp)