Kunst verbindet - Der Klavierspieler aus Jamuk, Kontaktstelle Holler

Projektträger: Kontaktstelle Holler e.V.

Kurzberschreibung: Aeham Ahmad ist ein palästinensisch-syrischer Pianist, der internationale Bekanntheit erlangte, als er 2014/2015  im Flüchtlingslager Jarmuk – als „Pianist in den Trümmern“ –  während des Bürgerkriegs in Syrien auftrat. Inzwischen lebt Ahmad als Flüchtling in Wiesbaden/Deutschland.

Für den 21.10.16 ist ein Konzert in der Stadtkirche Kusel mit ihm geplant. Am folgenden Tag besucht er die Erstaufnahmeeinrichtung in Kusel, um dort zu spielen und mit Kindern einen Workshops zu machen. Eine Dokumentation, die das ZDF über ihn gedreht hat, soll an beiden Terminen ebenfalls gezeigt werden.Ziele des Projektes sind: Interkultureller Austausch, Empathieentwicklung gegenüber Flüchtlingen und Problemen von Flüchtlingen, Stärkung eines multikulturellen Bewußtseins.

Bericht zum Klavierkonzert

Volles Haus in der Evangelischen Stadtkirche in Kusel. Zum Konzert des palästinensisch-syrischen Pianisten Aeham Ahmad waren am vergangenen Freitag weit über 150 Menschen gekommen. Ein tolles Zeichen für die Kuseler Solidarität und das Interesse gegenüber Flüchtlingen, findet Bastian Drumm von der Kontaktstelle Holler. Gemeinsam mit dem Bündnis für Menschlichkeit und Toleranz im Landkreis Kusel, der Protestantischen Kirchengemeinde Kusel und hat er das Konzert organisiert.

Bekannt ist der 1988 geborene Palästinenser Aeham Ahmad seit er 2014/2015  im palästinensischen Flüchtlingslager Jarmuk als „Pianist in den Trümmern“ während des Bürgerkriegs in Syrien auftrat. Die Videos seiner Konzerte in zerbombten Straßen, mit transportablem Klavier auf Rollen, verbreiteten sich über die Sozialen Medien in aller Welt und machten ihn berühmt. Er ist bescheiden geblieben und betont immer wieder, dass er den Menschen Mut und Hoffnung mit seiner Musik geben möchte.

Eine dreißigminütige Dokumentation, die das ZDF über ihn gedreht hat, wird vorab auf eine Leinwand in den Altarraum projiziert. Sie zeigt in bewegenden Bildern, wie er sich, nachdem Kämpfer des Islamischen Staat (IS) sein Klavier anzündeten, für die Flucht aus Jarmuk entschied. Über das Mittelmeer und die Balkanroute kam er im September 2015 als Flüchtling nach Deutschland. Seine Frau und die beiden Kinder musste er in Damaskus zurücklassen. Eindringlich hofft er, dass sie bald nachkommen können.

Dann endlich setzt er sich ans Klavier und spielt, Beethoven, Rachmaninoff und eigene Kompositionen mit Gesang. Seit seinem fünften Lebensjahr spielt er Klavier. Von 2006 bis 2011 absolvierte er eine Ausbildung als Konzertpianist an der musikalischen Fakultät in Homs/Syrien. Sein Tempo, seine Fingerfertigkeit und seine Hingabe, mit der er spielt und sich zur Musik bewegt, machen Eindruck. Und so wie er die Mensch im Flüchtlingslager Jarmuk in der syrischen Hauptstadt Damaskus und in aller Welt berührt hat, so berührt er an diesem Abend die Menschen in Kusel.

(Text und Bilder: Simone Schnipp)