Gedenkveranstaltung zur Reichspogromnacht: Theaterspiel aus Witten, Protestantische Kirchengemeinde Lauterecken

Projektträger: Protestantische Kirchengemeinde Lauterecken (Tol(l)eranz – find‘ ich gut!) 

Kurzbeschreibung: 09. November 2016 – Gedenkveranstaltung zur Reichspogromnacht mit einem Theaterstück mit dem Titel „HIN&WEG.sehen“ von der Gruppe „Theaterspiel“ aus Witten.

Inhalt: Sem und Jule waren füreinander bestimmt, doch dann ist alles anders gelaufen. Verletzungen, Mobbing, Vorurteile haben sie getrennt, so liegen sie seit Jahren mit ihren Cliquen im Clinch. Alles im Rahmen, trotz empörter Reaktionen aus der Erwachsenenwelt, bis rechtsradikale Schläger und deren menschenverachtendes Gedankengut die Situation eskalieren lassen. Während Sem und seine Freunde um ihr Leben fürchten, denkt Jule immer noch, dass sie für die rechte Sache kämpft. Bis sie schmerzlich erkennen muss, dass Rechts nicht Recht ist.

Im Anschluss an das Theaterstück wird es eine Gesprächsrunde mit den SchauspielerInnen geben und Fragen und Anregungen zu unserem Ziel aufgreifen.

Termin: 09.11.2016 ab 19.30 Uhr, Evangelisches Gemeindehaus Offenbach

Es soll eine Weiterentwicklung der Persönlichkeit der BesucherInnen gefördert werden. Wir wollen voneinander lernen und gegenseitig aneinander wachsen. Wir wollen die Öffentlichkeit für das Thema des latenten Gedankengutes  sensibilisieren und somit eine Positionierung gegen Rechtsextremismus und gruppenspezifische Menschenfeindlichkeit herstellen.

Bericht zur Veranstaltung

Offenbach-Hundheim. Theater ist mehr als reine Unterhaltung. Es kann Themen anstoßen und etwas im Kopf bewegen. Davon sind die Partner der Initiative Tol(l)eranz find´ich gut überzeugt. Sie luden am vergangenen Mittwoch das Theaterspiel aus dem westfälischen Witten zur Aufführung „HIN&WEG.sehen“ in das Evangelische Gemeindehaus ein. 60 überwiegend jugendliche Besucher waren gekommen und folgten einem spannenden Stück für Zivilcourage. Das besondere Datum der Reichspogromnacht am 9. November war bewusst gewählt. Juli und Sem, zwei junge Menschen auf der Suche nach Heimat und Identifikation. Bevor ihre Cliquen anfingen sich zu bekämpfen, haben sie sich einmal geliebt. Aus Hass wurde Liebe. Das Stück begleitet die Beiden bei der Aufarbeitung ihrer Liebe und bei ihren gegensätzlichen politischen Ansichten. Jule steht rechts, Sem eher links. Ein provozierendes Stück, dass klar machen möchte, was häufig hinter rechten Parolen steckt: Unsicherheit, falsche Vorbilder und die Sehnsucht nach Zugehörigkeit und Geborgenheit. Zu entschuldigen ist damit nichts, auch bei Juli und Sem nicht. Sie bezahlen ihre Schuld am Ende mit dem Leben. Nach dem Stück stellten sich die Schauspieler den Fragen der Besucher und diskutierten mit den Jugendlichen über rechte Ideologien und die Situation im Landkreis Kusel. Ein lehrreicher und spannender Theaterabend, gefördert im Rahmen des Bundesprogramm „Demokratie leben!“.

(Text und Bilder: Simone Schnipp)