Buchenwald: fremdes kennenlernen, konkret hinsehen, konsequent handeln, Protestantische Kirchengemeinde Lauterecken

Projektträger: Protestantische Kirchengemeinde Lauterecken

Kurzbeschreibung: Wir möchten bewusst machen, dass in unserer Region im nördlichen Landkreis eine latente Fremdenfeindlichkeit und ein rechtes Gedankengut vorhanden sind. Dies zeigte sich z.B. in den letzten Wahlergebnissen. Dies ist auch zu erwarten in 2016: AfD und die radikalisierende Bewegung Pegida.

Daher soll es eine Studienfahrt zu einer Gedenkstätte für Jugendliche ab 14 Jahren geben. Wir möchten die Zeit des Nationalsozialismus in der Zeit von 1933 – 1945 am Beispiel von Pfarrer Paul Schneider („Prediger von Buchenwald“) aufarbeiten und für das Thema sensibilisieren. Desweitern gehört zu unserem Schwerpunkt die Aufklärung und die Arbeit gegen Gewaltbereitschaft, Rechtsradikalismus und Fremdenfeindlichkeit.

Die fünftägige Studienfahrt findet vom 04. – 08. Mai 2016 in der Jugendbegegnungsstätte auf dem Gelände der Gedenkstätte Buchenwald statt. Es werden 20 junge Menschen im Alter ab 14 Jahren und 5 Teamer an der Fahrt teilnehmen. Sie werden einen authentischen Ort des Nationalsozialismus aufsuchen.

Bericht zur Fahrt

Auch dieses Jahr veranstaltete die Initiative „Tol(l)eranz? – Find´ ich gut“ – ein Zusammenschluss der protestantischen Kirchengemeinde Lauterecken, dem Jugendbüro Wolfstein, dem Förderverein der ehem. Synagoge Odenbach und dem Jugendreferat im Kirchenkreis Obere Nahe – eine Gedenkstättenfahrt zum Thema Nationalsozialismus. Geleitet wurde die Studienfahrt von den Jugendreferenten Annette Junkes, Daniel Hübner und Wilfried Ulrich. Anders als letztes Jahr besuchten die 13 meist 15-jährigen Teilnehmer die Gedenkstätte Buchenwald bei Weimar. Auch ein Blinder zählte zu den Teilnehmern, der sich zur Freude aller schnell in die Gruppe einfand.

Vor Ort setzten sich die Teilnehmer nicht nur intensiv mit der Geschichte des ehemaligen Lagers, sondern auch mit dem Schicksal von Paul Schneider, dem Prediger von Buchenwald und, vor seiner Inhaftierung, Hunsrücker Pfarrer, auseinander. So lernten die Jugendlichen das ehemalige KZ Gelände, mit der Kellerzelle von Dietrich Bonhoeffer, und die Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald näher kennen. Aber auch eine Stadtführung durch das nahgelegene Erfurt, unter dem Schwerpunkt Nationalsozialismus, sowie die Besichtigung der ehemaligen Firma „J.A. Topf und Söhne“, der Firma die die „Krematorien“ der Nazis gebaut und installiert hat, standen auf der Tagesordnung.

Abseits des thematischen Schwerpunktes besuchte die Gruppe die Wartburg und dort die Kammer in der Martin Luther 1522 das Neue Testament übersetzte.