10. Präventionstag gegen Rechtsextremismus und Gewalt in der Klassenstufe 7, Förderverein der Realschule Plus /Lauterecken/Wolfstein

Projektträger: Förderverein der Realschule Plus Lauterecken/Wolfstein, Im Tauchental 18, 67752 Wolfstein

Kurzbeschreibung:  Da sich an unserer Schule mehrere SchülerInnen mit Migrationshintergrund befinden und wir seit dem letzten Schuljahr auch unbegleitete Flüchtlinge aus Syrien, Eritrea, Afghanistan, Iran, Irak und Somalia in der Projektklasse „Keine(r) ohne Abschluss“ unterrichten, fühlen wir uns dazu verpflichtet und berufen, rechtsextremistischen Tendenzen in unserer Schülerschaft und der Gesellschaft in unserem Land entgegenzuwirken.

Um das Projekt für die SchülerInnen attraktiv zu gestalten, haben wir aus München den Schauspieler und Autor Michael Jäger gewinnen können, der bezüglich seiner Vergangenheit anschaulich über die Themen Gewalt und Rechtsextremismus referieren kann. Zudem gibt es einen regionalen Bezug, da Michael Jäger seine Kindheit und Jugend im nahen Kaiserslautern verbracht hat.

Der Projekttag findet statt am Freitag, 04.03.2016 von 07:40 bis 12:50 Uhr in der Aula und angrenzenden Workshop-Räumen der Realschule Plus Lauterecken/Wolfstein am Standort Wolfstein.

Bericht zum Präventionstag

Wolfstein. Ein Tag gegen Gewalt und Rechtsextremismus. Für die 70 Schüler der Jahrgangsstufe sieben an der Realschule Plus Lauterecken/Wolfstein drehte sich am vergangenen Freitag alles um die Themen Mobbing, Rassismus und Diskriminierung.

Ins Leben gerufen hatten den Tag die beiden Lehrer Michael Schwarz und Carsten Schreeb. „Wir wollen die Schüler sensibilisieren und ihnen eine fundiertes Wissen vermitteln“, erklärt Deutschlehrer Schwarz. Sprüche wie die Ausländer nehmen uns die Arbeitsplätze weg, seien keine Seltenheit im Dialog mit den Schülern. Vorurteilen wie sie aktuell auch im Landkreis Kusel kursierten, könne man nur mit Fakten begegnen, so Schreeb ergänzend.

Um den Tag intensiver zu machen, holten sich die beiden Lehrer dank der finanziellen Unterstützung des Bundesprogramm „Demokratie leben!“ prominente Unterstützung aus München. Michael Jäger, ehemaliger Lehrer Kruse aus dem Marienhof und Ex-Mitglied der rechtsextremen Szene und zeitweise Vorsitzender der Jungen Nationaldemokraten im Kreisverband Kaiserslautern. Eindrucksvoll berichtet er von seinem alten Leben als Hooligan und der Einsicht, an die falschen Ideale geglaubt zu haben.

Seine Erzählungen machen Eindruck. „Ist schon interessant, was der alles so erlebt hat“, resümiert der 12jährige Jonas. Er berichtet von zwei Mitschülern, die auch mal handgreiflich werden und drauf hauen. Seine Hoffnung für den Tag: „das die vielleicht einsehen, dass es falsch ist, wie sie sich verhalten.“

Neben dem Gespräch mit Michael Jäger stehen verschiedene Workshops wie einen Film drehen oder einen Flyer entwerfen für die Schüler auf dem Programm. „Hier werden Türen geöffnet, die wir im Unterricht so nicht aufstoßen können,“ weiß auch Konrektorin Katja Zielinski das Konzept des Tages zu schätzen.

(Text und Bilder: Simone Schnipp)