Bericht und Bilder zur Aktion

Europa? Ja schon, aber bitte besser!

Schüler der Realschule plus üben bei Kreisjugendring-Aktion Kritik, finden Werte und Ideen der EU aber überwiegend gut

Von Richelle Paulus für die RHEINPFALZ Westricher Rundschau

Die Werte und Ideen der EU sind eigentlich gar nicht schlecht - an der Umsetzung hapert es aber oftmals. Bei einer Aktion des Kreisjugendrings haben gestern Schüler der Realschule plus am Standort Wolfstein eine Bewertung aus jugendlicher Sicht abgegeben.Nach und nach strömen immer mehr Schüler auf den Schulhof und beäugen neugierig die Gruppe fremder Menschen, die sich dort versammelt hat.

Unter dem Motto "Dein Stern für Europa" besucht der Kreisjugendring Kusel Schulen in der Region, um mit Jugendlichen über die EU zu sprechen. Die ersten trauen sich näher ran, und die Diskussionen beginnen. Viele Themen werden in den folgenden Minuten - während der großen Pause - von den jungen Europäern angesprochen, die die EU durchaus kritisch sehen. Aber beileibe nicht nur.

Ein Kritikpunkt, der von vielen Schülern angesprochen wird: das Wahlalter. Dieses liegt bei 18 Jahren, viele junge Menschen wünschen sich jedoch, dass es auf 16 herabgesetzt wird. Eine Schülerin argumentiert, dass sich dann zwangsweise deutlich mehr Jugendliche für Politik interessieren würden."Bei Leuten kommt nichts an"Auch der Euro ist Thema. Die gemeinsame Währung rechne sich positiv für verschuldete Unionsmitglieder, während wirtschaftlich stärkere - wie Deutschland - nur Schulden anderer mitfinanzieren müssten, sagt ein Schüler.

Von der Union bereitgestellte Fördergelder könnten daran nichts ändern, denn den "normalen Bürger" erreichten diese nach Auffassung der jungen Menschen nicht. Ein anderer Schüler sagt: "Bei den kleinen Leuten kommt nichts an" - seine Freunde stimmen ihm zu. Die Gruppe erzählt, dass sie sich in Schule und Freizeit viel mit dem Thema auseinandersetze. Keineswegs seien sie für einen EU-Austritt Deutschlands, Reformbedarf bestehe jedoch allemal. Großes Thema ist Artikel 13 der EU-Urheberrechtsrichtlinie, durch deren Verabschiedung etliche junge Menschen befürchten, dass ihre Meinungsfreiheit in Sozialen Netzwerken eingeschränkt werden könnte.

Ein Schüler zeigt sich enttäuscht darüber, dass große Demonstrationen gegen den Beschluss wenig Wirkung zeigten. Die Interessen der Bürger würden ignoriert. Allerdings unterstreichen auch einige der Artikel-13-Gegner: Die grundsätzlichen Werte und Ideen der EU seien gut, lediglich scheitere es oftmals an der Umsetzung.Klimapolitik in der Kritik. Dringenden Handlungsbedarf sehen die Jugendlichen bei der europäischen Umwelt- und Klimapolitik.

Sie seien nicht davon überzeugt, dass die EU genug tut, um die Klimaerwärmung zu stoppen, sagen viele. Es bedürfe konkreter Strafen für Mitgliedstaaten, die Klimaschutzrichtlinien ignorieren, und der Umweltschutz müsse mehr gefördert werden.Bei der Aktion, die vom Bundesprogramm "Demokratie leben!" gefördert wird, machen Schüler jedoch auch auf Vorteile aufmerksam, die sie mit der EU in Verbindung bringen.

Auf einer großen Tafel mit der Überschrift: "Was heißt Europa für dich?" notieren sie Stichworte wie "Gleichberechtigung", "Zusammenhalt" und "Frauenrechte". In den Diskussionen sprechen sie den freien Personenverkehr und die große Offenheit an. Und ein weiteres Wort findet seinen Weg auf die Tafel: "Frieden".

Quelle: https://www.rheinpfalz.de/lokal/kusel/ Ausgabe Die Rheinpfalz Westricher Rundschau - Nr. 113 Datum Donnerstag, den 16. Mai 2019 Seite 11)

Europa? Ja schon, aber bitte besser!

Schüler der Realschule plus üben bei Kreisjugendring-Aktion Kritik, finden Werte und Ideen der EU aber überwiegend gut

Von Richelle Paulusfür die RHEINPFALZ Westricher Rundschau

Die Werte und Ideen der EU sind eigentlich gar nicht schlecht - an der Umsetzung hapert es aber oftmals. Bei einer Aktion des Kreisjugendrings haben gestern Schüler der Realschule plus am Standort Wolfstein eine Bewertung aus jugendlicher Sicht abgegeben.Nach und nach strömen immer mehr Schüler auf den Schulhof und beäugen neugierig die Gruppe fremder Menschen, die sich dort versammelt hat. Unter dem Motto "Dein Stern für Europa" besucht der Kreisjugendring Kusel Schulen in der Region, um mit Jugendlichen über die EU zu sprechen. Die ersten trauen sich näher ran, und die Diskussionen beginnen. Viele Themen werden in den folgenden Minuten - während der großen Pause - von den jungen Europäern angesprochen, die die EU durchaus kritisch sehen. Aber beileibe nicht nur.Ein Kritikpunkt, der von vielen Schülern angesprochen wird: das Wahlalter. Dieses liegt bei 18 Jahren, viele junge Menschen wünschen sich jedoch, dass es auf 16 herabgesetzt wird. Eine Schülerin argumentiert, dass sich dann zwangsweise deutlich mehr Jugendliche für Politik interessieren würden."Bei Leuten kommt nichts an"Auch der Euro ist Thema. Die gemeinsame Währung rechne sich positiv für verschuldete Unionsmitglieder, während wirtschaftlich stärkere - wie Deutschland - nur Schulden anderer mitfinanzieren müssten, sagt ein Schüler. Von der Union bereitgestellte Fördergelder könnten daran nichts ändern, denn den "normalen Bürger" erreichten diese nach Auffassung der jungen Menschen nicht. Ein anderer Schüler sagt: "Bei den kleinen Leuten kommt nichts an" - seine Freunde stimmen ihm zu. Die Gruppe erzählt, dass sie sich in Schule und Freizeit viel mit dem Thema auseinandersetze. Keineswegs seien sie für einen EU-Austritt Deutschlands, Reformbedarf bestehe jedoch allemal.Großes Thema ist Artikel 13 der EU-Urheberrechtsrichtlinie, durch deren Verabschiedung etliche junge Menschen befürchten, dass ihre Meinungsfreiheit in Sozialen Netzwerken eingeschränkt werden könnte. Ein Schüler zeigt sich enttäuscht darüber, dass große Demonstrationen gegen den Beschluss wenig Wirkung zeigten. Die Interessen der Bürger würden ignoriert. Allerdings unterstreichen auch einige der Artikel-13-Gegner: Die grundsätzlichen Werte und Ideen der EU seien gut, lediglich scheitere es oftmals an der Umsetzung.Klimapolitik in der KritikDringenden Handlungsbedarf sehen die Jugendlichen bei der europäischen Umwelt- und Klimapolitik. Sie seien nicht davon überzeugt, dass die EU genug tut, um die Klimaerwärmung zu stoppen, sagen viele. Es bedürfe konkreter Strafen für Mitgliedstaaten, die Klimaschutzrichtlinien ignorieren, und der Umweltschutz müsse mehr gefördert werden.Bei der Aktion, die vom Bundesprogramm "Demokratie leben!" gefördert wird, machen Schüler jedoch auch auf Vorteile aufmerksam, die sie mit der EU in Verbindung bringen. Auf einer großen Tafel mit der Überschrift: "Was heißt Europa für dich?" notieren sie Stichworte wie "Gleichberechtigung", "Zusammenhalt" und "Frauenrechte". In den Diskussionen sprechen sie den freien Personenverkehr und die große Offenheit an. Und ein weiteres Wort findet seinen Weg auf die Tafel: "Frieden". Quelle Ausgabe Die Rheinpfalz Westricher Rundschau - Nr. 113 Datum Donnerstag, den 16. Mai 2019 Seite 11