Bericht zur Fahrt

Wolfstein. Es ist noch fast dunkel, als die beiden Reisebusse vor der Realschule Plus in Wolfstein am vergangenen  Mittwoch auf die 70 Schülerinnen und Schüler warten. Gemeinsam mit vier Lehrern und einem Schulsozialarbeiter machen sich die Jugendlichen zwischen 15 und 22 Jahren auf eine Reise in die Vergangenheit. Es geht in das gut 200 Kilometer entfernte Verdun: Schauplatz eines wahnsinnigen Krieges und wichtiger Ort der Erinnerung und Aufarbeitung.

„Im schulischen Leben kommt der Erste Weltkrieg zu kurz und außerdem neigt der Mensch dazu, Dinge, die er selbst nicht kennengelernt hat, aus dem Gedächtnis zu streichen“, erläutert Lehrer Michael Schwarz die Motivation zur Fahrt. Gemeinsam mit dem Förderverein der Realschule Plus Lauterecken/Wofstein und seinem Kollegium hat er das Projekt beim Bundesprogramm „Demokratie leben!“ beantragt und auf sichere finanzielle Beine gestellt.

Mit dabei ist auch Jannis Schneider aus Wiesweiler. Er findet die Fahrt wichtig und interessant. „Frieden ist für uns heute so selbstverständlich, dabei sind die Kriege noch gar nicht so lange her“, resümiert der 16jährige seine Erfahrungen. Für ihn ist es nicht die erste Fahrt. Er war bereits einmal in Verdun und hat auch an Fahrten in das ehemalige Konzentrationslager Natzweiler-Struthof teilgenommen. „Jeder sollte mal bei so einer Fahrt dabei gewesen sein“, findet Jannis.

Dem kann Michael Schwarz nur zustimmen. Für ihn gehört die „Geschichte zum Anfassen“, wie er die historische Ausarbeitung durch die Fahrt nach Verdun nennt, zwingend zum Möglichen und Machbaren der Schulzeit dazu. „Viele Schülerinnen und Schüler werden nach ihrer Schulzeit vermutlich nicht mehr die Gelegenheit haben, das Schlachtfeld von Verdun zu besuchen“, meint Schwarz nachdenklich. Die Fahrt solle aber nicht nur Informationen vermitteln, sondern auch für politischen Populismus und Extremismus jeder Art sensibilisieren und das, so Schwarz abschließend, sei aktueller denn je.

(Text und Bilder: Simone Schnipp)