Bericht zur Fahrt

Land trifft Land: Das Glantal fährt in den Spreewald

Diese Fahrt war eine Premiere für die innerevangelische Ökumene: Konfirmanden aus allen vier Gemeinden unserer Region Glan trafen sich am Montag in der Frühe zum Segensgottesdienst in der Kirche von Grumbach. So machten wir uns in drei Kleinbussen auf den Weg nach Schlepzig.

Station machten wir auf der Wartburg, wo wir durch die Stätte geführt wurden, an der Martin Luther die Heilige Schrift ins Deutsche übersetzt hat. Nach dieser schönen Führung fuhren wir weiter, bis wir am Spätnachmittag in Schlepzig ankamen.

Ziel war es zu lernen, wie ein Dorf sich den Wechseln der Zeit anpasst und wie das Leben auf dem Lande attraktiv bleibt. Wir übernachteten in der ehemaligen Dorfschule Schlepzig, die jetzt wieder unter der bewährten und routinierten Leitung von Frau Hasselmann Besuchern offensteht. Auch bei uns in Kappeln existiert ein ehemaliges Schulhaus, das in eine Freizeitstätte umgewandelt wurde. Die Schlepziger erwarteten uns und hatten ein großzügiges Abendessen vorbereitet. Bei ihm durften natürlich Gurken nicht fehlen. Danach feierten wir einen Begrüßungsgottesdienst, zum dem der neue, junge Schlepziger Pfarrer, Benjamin Liedtke einlud und ihn mit der Gitarre begleitete. Es folgte ein Lagerfeuer im Pfarrgarten.

Am nächsten Morgen, dem 1.Mai, sahen wir uns an, wie Schlepzig sich auf Touristen eingestellt hat. Im Tourismus arbeiten dort inzwischen mehr Menschen als vor 30 Jahren in der Landwirtschaft. Eine Dorfrallye führte uns an alle wichtigen Plätze. Allerdings war die Dorfkirche wegen Renovierung geschlossen.
Danach besuchten wir das Biosphärenhaus, in dem die einzigartige Natur des Spreewaldes zwischen Schwarzstorch und Fischotter vorgestellt wurde. Ganz praktisch machten wir danach einen Ausflug mit Kajaks in den Spreewald. Niemand stürzte ins Wasser (ganz anders als früher…) und ganz besonders die Kajaks der Mädchen legten eine beeindruckende Geschwindigkeit an den Tag.

Am nächsten Tag ging es ab nach Berlin. Nach einer Besichtigung des Bundestages wurden wir vom Büro des MDB Herrn Gustav Herzog empfangen. Wir konnten seiner Mitarbeiterin, Frau Ariane Meinzer, Fragen stellen. Sie erzählte, dass sie vor langer Zeit gerne selbst Pfarrerin werden wollte, sich dann aber für einen anderen beruflichen Weg entschieden hätte. Die Fragen drehten sich um Umweltschutz, Renten und ganz wichtig – den Führerschein. Danach besuchten wir mit der Buslinie 100 alle wichtigen Berliner Sehenswürdigkeiten und sprachen über die Kaiser-Wilhelm Gedächtniskirche, an der wir die Fahrt unterbrachen. Ein bewegender Besuch am Brandenburger Tor und dem Holocaust Mahnmal schloss sich an. Eine zu allem entschlossene Delegation besuchte Anne Frank im Mme Tussauds und bannte das Ganze auf viele Selfies. Der schöne Tag schloss am Alexanderplatz ab.

Am Donnerstag besuchten wir das Schlepziger Bauernmuseum. Es war beeindruckend, mit welch einfachen Mitteln die Menschen damals das Nötigste zum Leben schafften. Die Konfirmanden aus Kappeln faszinierte besonders die große Traktorenhalle. Danach unternahmen wir etwas ganz Neues: Wir wurden durch das Betriebsgelände der Agrargenossen-schaft geführt, in der 700 Stück Milchvieh gehalten werden. Die Leiterin führte uns persönlich – wir sahen eine Tierärztin beim Behandeln einer kranken Kuh. Wir wurden an den gefährlichsten Ort geführt: Den Stall mit den Mastbullen und sahen am Schluß die Babystation mit ganz süßen Kälbchen. Die Agargenossenschaft bildet Lehren an, aber es gibt auch in Schlepzig viel zu wenige junge Menschen, die eine solche Ausbildung machen wollen. Danach fuhren wir in das Tropical Island, wo erfuhren, wie wichtig die EU für den Tourismus ist: Ein Großteil der Gäste dort stammen aus Polen.

Am nächsten Morgen, nach einem sehr guten Frühstück, fuhren wir zurück Richtung Glantal. Leider versagte die Servolenkung bei dem katholischen Bus. Mit einem Mietwagen und den restlichen beiden Bussen kamen wir müde aber glücklich im Glantal an. Wir nahmen viele Ideen und Eindrücke mit, wie man Menschen für das Leben auf dem Lande begeistern kann.

Text: Johannes Hülser