7. „Warum ich ein Nazi wurde“ - im Gespräch mit Christian Ernst Weissgerber, Prot. Kirchengemeinde Lauterecken

Projektträger: Prot. Kirchengemeinde Lauterecken, Initiative „Tol(l)eranz – find‘ ich gut!“

In unserer Arbeit stellen wir fest, dass Jugendliche immer häufiger unreflektiert mit rechten Ansichten und Meinungen umgehen. Rechter Lifestyle und rechte Musik scheinen cool zu sein und finden gerade in unseren ländlichen Regionen einigen Zuspruch. Die Kommunalwahl im vergangenen Jahr hat zudem gezeigt, dass es ein entsprechendes politisches Potential und große Zustimmung in der Bevölkerung gibt. Die Wahlerfolge einschlägiger Parteien in der Region Lauterecken waren gleichfalls hoch wie erschreckend für uns.

Seit vielen Jahren setzt sich die Protestantische Kirchengemeinde und die Initiative gegen Rechtsextremismus und für ein tolerantes Miteinander ein.

Im laufenden Jahr 2021 wird es daher einen Besuch des Ex-Nazis Christian Ernst Weissgerber aus Berlin geben. An der Realschule Plus Lauterecken/Wolfstein wird er vor und mit Jugendlichen sprechen und seine Geschichte erzählen. Eine Abendveranstaltung am Veldenz-Gymnasium in Lauterecken geplant. Hier werden Schüler*innen wie auch Eltern teilnehmen und angesprochen. Beide Veranstaltungen werden im laufenden Jahr 2021 durchgeführt, wenn es die Corona-Regelungen und die Infektionszahlen zulassen.

Die Jugendlichen erhalten Hintergrundinformationen zur rechten Szene und entwickeln eine eigene und hoffentlich ablehnende Meinung dazu. Sie setzen sich mit dem Thema Rechtsextremismus auseinander und erfahren am Beispiel von Christian E. Weissgerber, wie es möglich ist, als junger Mensch in der rechten Szene Mitglied zu werden bzw. zu sein.

Eine umfassende Sensibilisierung und Aufklärung der Jugendlichen erfolgt, Dynamiken von Mitgliedschaft/Kameradschaft werden verdeutlicht und es wird eine ablehnende Haltung vermittelt. Dies fördert demokratische Werte und Einstellungen und stärkt das Demokratieverständnis der jungen Menschen. Im anschließenden Gespräch und der Diskussion werden die Jugendlichen beteiligt, angehört und ernst genommen.

Hier sind Fachkräfte der Schulen, Pädagogen der Initiative und Christian E. Weissgerber dabei und führen die Diskussion und die Gespräche. Besteht im Nachgang noch Gesprächsbedarf, wird dieser ermöglicht.